Freizeit- und Erlebnispädagogik

Ausgehend von der natürlichen Suche des Kindes und Jugendlichen nach affektiven Reizen, nach Erlebnissen und Herausforderungen einerseits und des zunehmenden Fehlens adäquater Erfahrungs- und Erlebnisräume andererseits, entsprechen wir mit unserem freizeit- und erlebnispädagogischen Konzept den Bedürfnissen der uns anvertrauten jungen Menschen.

Freizeitpädagogische Aktivitäten wie Sommerfeste, Kinderolympiaden, Fußballturniere auf dem Außengelände, Billard- und Tischtennisturniere, Werkangebote, Theateraufführungen und Kunstprojekte in den Freizeiträumen sind Maßnahmen, die über das Jahr verteilt stattfinden.

 In enger Kooperation mit Vereinen und Institutionen gestalten wir darüber hinaus weitere Freizeitaktivitäten für unsere Kinder und Jugendlichen. Bei Kletter-, Paddel-, Sportaktivitäten, bei Museumsbesuchen und kulturellen Veranstaltungen geht es uns darum, der Gefahr der Isolierung entgegenzuwirken und Kontakt mit Gleichaltrigen zu ermöglichen.

 Die Betreuung dieser freizeitpädagogischen Maßnahmen wird in der Regel durch die pädagogischen Fachkräfte im Gruppendienst geleistet. Durch die Aktivitäten von GruppenpädagogInnen und Kindern werden positive gemeinsame Erfahrungen gesammelt, Beziehungen gefestigt und so die Grundlagen dafür gelegt, auch konfliktbesetzte Auseinandersetzungen im Gruppenalltag besser zu bestehen.

 Zur Planung, Vorbereitung und ggfs. auch zusätzlichen Begleitung steht den GruppenpädagogInnen eine gruppenübergreifend eingesetzte Pädagogin zur Verfügung, deren Know-how die Umsetzung der Maßnahmen für die Teams erheblich erleichtert.

 
Im Unterschied zu den freizeitpädagogischen Maßnahmen der Gruppen oder einzelner Kinder und Jugendlicher, steht hinter den handlungsorientierten erlebnispädagogischen Maßnahmen ein umfassenderes Konzept mit theoretischem Hintergrund.

 Ausgehend von den Störungsbildern der uns anvertrauten jungen Menschen kann festgestellt werden, dass diesen Kindern und Jugendlichen offensichtlich zentrale Grunderfahrungen in ihrer bisherigen Entwicklung fehlen. Zu diesen Grunderfahrungen gehört das Erleben von Angenommensein, vom Glauben in die eigene Leistungsfähigkeit, von Akzeptanz eigener Begrenzung, von Erfahrung des „sich-verlassen-könnens“. Für unsere ausländischen Flüchtlingskinder hat der erlebnispädagogische Ansatz auf dem Hintergrund ihrer verbalen Ausdrucksschwierigkeiten nochmals eine besondere Bedeutung.

Der erlebnispädagogische Ansatz sieht in der Vermittlung dieser Erfahrungen - nicht über den Kopf, sondern über das Erleben - eine Möglichkeit, die jungen Menschen dadurch besser zu erreichen, dass man (körpernahe) Erfahrungsräume schafft, die ihnen mehr entsprechen. Das Erleben von Grunderfahrungen menschlicher Beziehung wie z. B. Vertrauen, Hilfsbereitschaft und Verlässlichkeit ermöglicht den Kindern und Jugendlichen über das Medium Erlebnispädagogik die Chance, ihr tiefes Misstrauen gegen Beziehungsangebote zu überwinden und gegenteilige Lernerfahrungen zu machen.

Methodisch zeichnet sich unser erlebnispädagogisches Konzept dadurch aus, das wir das Element „Erfahrung“ (zentrales Element der Freizeitpädagogik) mit den Elementen „Reflexion“ und „Transfer“ (als Merkmale der Selbsterfahrung) verbinden und so ein spezifisch erlebnispädagogisches Setting schaffen.

Das Ziel erlebnispädagogischer Arbeit kann wie folgt formuliert werden:

  • Erfahrung und Vermittlung von sozialen Lernprozessen für den Einzelnen wie die Gruppe (Vertrauen, Verlässlichkeit, Hilfsbereitschaft),
  • Reflexion und Modifikation eingefahrener Handlungsstrukturen zugunsten neuer angemessenerer Lösungsansätze,
  • Erfahrung eigener Leistungsfähigkeit (Ressourcenorientierung) und Akzeptanz eigener Begrenzung,
  • Umsetzung der gemachten Erfahrungen in alltägliche Lebenssituationen, wodurch das Selbstbewusstsein gestärkt wird,
  • Erfahrung alternativer Erlebniswelt, insbesondere von Naturerfahrung, zur medienbestimmten Konsumwelt.

Die Maßnahmen, die wir zur Umsetzung unseres erlebnispädagogischen Ansatzes durchführen, wenden sich in unterschiedlicher Weise an verschiedenen Zielgruppen.
 

  • Durchführung interner erlebnispädagogischer Projekte auf der Ebene Heimgruppe plus zuständigem PädagogInnenteam. Hier wird der Schwerpunkt auf das gemeinsame Tun und Erleben von Kindern und zuständigen PädagogInnen gelegt. Die Erfahrung wechselseitiger Abhängigkeit kehrt die traditionell einseitige Erzieher-Kind-Schiene um und vermittelt beiden Seiten neue Erfahrungen.
  • Gruppenübergreifende heiminterne Projekte zur Erlebnispädagogik unter Berücksichtigung einer spezifischer Zielgruppe.
  • Individualpädagogische Projekte für einzelne Kinder oder Jugendliche zur Deeskalation oder Krisenbewältigung (unter Einbeziehung des Bezugspädagogen und durch Sonderfinanzierung über Fachleistungsstunde).
  • Teilnahme an gruppenübergreifenden erlebnispädagogischen Projekten externer Anbieter.

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CJG Kinder- & Jugendhilfe St. Josef

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