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1. Großes Powwow war ein Riesenerfolg

Der 28. und 29. September 2009 wird vielen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenn noch lange in Erinnerung bleiben. An diesem Wochenende feierten wir nämlich unser 1. indianisches Sommerfest.
Am Freitag, die Kinder waren gerade aus ihren Schulen in den Gruppen eingetroffen, ging es schon um 16 Uhr auf dem großen Festplatz los. Die Clans wurde feierlich vom Rat der Häuptlinge begrüßt. Jeder Clan erklärte den spirituellen Hintergrund seines Wappentieres und so erfuhren wir also, dass der Adler als Symbol der Ehrenhaftigkeit und Würde gilt, dass der Rabe ein Spaßmacher und Verwandlungskünstler ist und der Lachs wegen seiner Freundlichkeit und Fürsorglichkeit geachtet wird. Weitere Clans waren die Schlange, der Orca, der Wolf und Bär.

Die Clans wurden von den Häuptlingen mit einem Rauch-Zeremoniell begrüßt und auf das Fest eingestimmt


Zur Einstimmung erfolgte dann ein Ritual: Unter gleichmäßigen Trommelschlägen ruderte die Kinder, die sich als riesiges Boot aufgestellt hatten, die Küste eines imaginären Landes entlang. Auf ihrem Weg sammelten sie kraftbringende Eindrücke und Bilder, die sie auf die als Passagiere im Boot befindlichen Erzieher übertragen konnten.

Mit diesem Einstieg in das indianische Denken begaben sich die Clans dann auf dem Weg zu den verschiedenen Stationen, wo sich langsam die Verwandlung von weißen Kindern in kleine und große indianische Menschen vollzog. Perlen wurde zu schmückenden Ketten aufgezogen, Beile eingestielt und Messer geschärft, Tanzspeere und –schilder dekoriert. Es wurde Trommeln und Tänze geübt, Stirnbänder angefertigt und indianische Namen verliehen.

Der Clan der Orcas, angereist aus den Urwäldern des Bergischen Landes, baute eine vorbildliche Feuerstelle für das abendliche Powwow!

Schließlich übten sich die jungen Kriegerinnen und Krieger im Speerwurf und dem Bogenschießen

 Die 3 Stunde bis zum Abendessen vergingen im Fluge. Indianische Musik scholl über das Kinderheimgelände, und immer mehr freudig blickende Kinder- und Erwachsenenaugen blickten aus geschminkten Gesichtern hervor.

Zum Abendessen gab es dann einen köstlichen Eintopf, bevor die Clans ihre Zelte für die Nacht vorbereiteten. Ein Höhepunkt war dann das Lagerfeuer, das bis tief in die Nacht loderte und in dessen Schein mehr oder weniger verwegene, jedenfalls glückliche Kinder, ihre Clantänze vorführten.

Die Stimmung an diesem Abend war phantastisch, zumal das Wetter es gut mit uns meinte und die vorausgesagten Schauer ausbleiben.

Zu später Stunde krochen dann Dutzende müder Indianer erschöpft aber zufrieden in ihre Wigwams, um in der kurzen Nacht neue Kräfte für den folgenden Tag zu sammeln.

Früh um 8 Uhr krabbelten dann mehr oder weniger zerknitterte Gestalten aus ihren Zelten und begaben sich - Zähneputzen war nicht Pflicht – an den Frühstücksstand. Mit der entsprechenden Einbildung konnte man die Cornflakes und Schoko-pops zu einem indianischen Leckerbissen umdeuten und Kaffee, Tee und Brötchen für die alten IndianerInnen bewirkte auch, dass diesen das Leben langsam wieder in die Glieder fuhr.

Um 9.00 Uhr erfolgte, erneut mit einem Ritual, der Start zur Indianerprüfung. Alle Clans bekamen Aufgaben, die ihre indianischen Fähigkeiten und Qualitäten prüften: Feuer anzünden mit extrem wenig Zündmaterial, Schleich- und Beobachtungsparcour, Bogenschießen und Lanzenwerfen. Auch die Vervollständigung der eigenen Waffenausrüstung stand auf dem Programm.

Eine Station erhielt aber besondere Aufmerksamkeit: Eine von uns eingeladene Kettensägenkünstlerin, Uschi Elias, hatte inzwischen ihre Station aufgebaut und mehr als ein halbes Dutzend martialisch aussehenden Kettensägen bereitgestellt. Was sich dann in den nächsten Stunden dem staunenden Publikum bot, war Schnitzkunst der Sonderklasse. Aus einem Kastanienstamm, der vor wenigen Tagen bei uns gefällt werden musste, sägte Uschi einen Adler, dessen Blick majestätisch auf die Kinder schaute. Als Zugabe nutze sie dann noch einen zweiten Stamm um dem Adler noch einen springenden Lachs zu Füßen zu schnitzen. Das Ergebnis war einfach grandios und wird uns immer an unser 1. Indianercamp erinnern. Ein ganz besonderer Dank geht an Uschi Elias, die dieses Projekt kostenlos für uns durchgeführt hat! Danke! Danke! Danke! (wer sich weitere Kunstwerke ansehen möchte, sei die Seite www.uschi-elias.de empfohlen!).

Inzwischen, es war Mittag geworden, stürmte ein weiterer Clan das Heimgelände. Der Clan der Marriotts, also die uns schon von diversen Sommerfesten bestens bekannten Grillmeister und Cocktailmixerinnen vom Hotel Mariott, übernahmen wieder die Aufgabe, das für den Nachmittag erwartete Publikum zu verköstigen. Natürlich erledigten auch sie ihre Aufgabe mit Bravour und der Cocktail `Winnetou und Old Shatterhand´ war schon bald in aller Munde! Vielen Dank Ihr Marriotts!

An dieser Stelle muss ein weiterer edler Geist und Spender Erwähnung finden: Ein ehemaliger Jugendlicher, der vor ca. 25 Jahren hier bei uns lebte, hatte uns einige Monate vor dem Fest angerufen um nachzuhören, womit er uns einen Gefallen tun könne, denn er habe den tiefen Wunsch, sich für die Zeit in St. Josef einmal zu bedanken. Er habe hier soviel bekommen, da möchte er einmal etwas zurückgeben. Und so stiftete Dawitt Abraha für unser Fest das gesamte Grillfleisch, Steak, Schnitzel und Würstchen! Lieber Dawitt, vielen Dank für dieses großzügige Geschenk!

An dieser Stelle möchten wir aber auch allen anderen Helferinnen und Helfern danken, Frau Lemke und Herrn Steinbach, Jeanette, Elke, Dieter und wie sie alle heißen. Ohne die Mithilfe so vieler Menschen wäre ein solches Fest nicht möglich gewesen.

Uschi Elias hatte ihre Kettensäge gerade abgestellt, da erschien auch schon das nächste Highlight. Herr Ciesielski, ein Falkner aus Köln-Stammheim, kam mit einer beeindruckenden Anzahl herrlicher Wildvögel, die er den staunenden Kindern vorführte. Es war ihm kaum möglich, sich der drängenden Kinderhände zu erwehren. Jeder wollte mal streicheln….

So ging der Mittag in den Nachmittag über. Die inzwischen zahlreichen Besucher unseres Festes konnten an den vielen Ständen und Stationen essen, basteln und Bogenschießen nach Herzenslust. Überall hörte man größtes Lob für unser Fest.

Um 17 Uhr dann musste das Ende eingeläutet werden. Dutzende Hände packten mit an, um Zelte zusammenzupacken, Mülltüten wegzuschleppen, Bastelstände aufzulösen.

Als so gegen 18.30 Uhr alles geschafft war, waren auch alle geschafft! Todmüde aber zufrieden zogen alle zurück in die Gruppe oder in die AWGs oder nach Hause.

Das Fest ist inzwischen Vergangenheit, aber der Adler erinnert uns täglich an dieses schöne Wochenende und in den Herzen mancher Kinder schlägt auch jetzt noch Indianerblut.




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